Analyse: Brexit trifft Geringverdiener

Frankfurt am Main, 26. März 2019
Credit: John Cameron

Auf einen Blick

  • Adzuna misst Rückgang von Stellenangeboten am britischen Arbeitsmarkt seit dem Brexit-Votum
  • Sieben von zehn verschwundenen Ausschreibungen betreffen Geringverdiener
  • Das gesamte Arbeitsmarkt-Angebot ist seit 2016 um 13 Prozent gesunken
  • Stellenangebot für deutsche Arbeitnehmer ebenso betroffen mit 22 Prozent Rückgang

Frankfurt am Main, 26. März 2019 – Der britische Arbeitsmarkt geht seit dem Brexit-Referendum stark zurück. Davon sind vor allem Stellen betroffen, deren Verdienst unter dem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 35.150 Pfund liegen. Das heißt, die Auswirkungen des Votums treffen vor allem Geringverdiener und Jobeinsteiger. Das ergab eine aktuelle Arbeitsmarkt-Analyse der Jobsuchmaschine Adzuna www.adzuna.de, welche 13,37 Millionen Stellenangebote im Vereinigten Königreich untersuchte, die von 2016 bis 2018 auf Adzuna gelistet waren.

Starker Rückgang im Niedriglohn-Bereich
Demnach wies der britische Arbeitsmarkt 2018 insgesamt 924.100 weniger Stellenausschreibungen auf als noch 2016. Die Stellenangebote für Geringverdiener verzeichneten dabei das stärkste Defizit: 68,5 Prozent (633.400 Inserate) aller verlorenen Ausschreibungen betrafen Stellen mit einem Lohn von unter 30.000 Pfund pro Jahr.

Im höheren Verdienstbereich fiel der Rückgang hingegen deutlich schwächer aus. So lag der Anteil an verlorenen Inseraten mit einem Jahreseinkommen zwischen 30.000 und 40.000 Pfund bzw. 40.000 und 50.000 Pfund bei jeweils 12 Prozent. Noch geringer ist das anteilige Defizit für Stellen mit einem Einkommen von mehr als 50.000 Pfund pro Jahr, das gerade einmal 7,8 Prozent beträgt. Im  Vergleich zu Deutschland werden in Großbritannien Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben versehen, was die Analyse des Stellenangebotes in Bezug auf Löhne ermöglicht.

Deutsche Arbeitnehmer ebenso betroffen
Eine kürzliche Untersuchung von Adzuna, welche die Arbeitsmarktentwicklung für europäische Arbeitnehmer behandelt, kam zu dem Ergebnis, dass der Anteil an Stellenangeboten für deutschsprachige Arbeitnehmer seit 2016 um insgesamt 22 Prozent gefallen ist. Noch deutlicher sind die Auswirkungen im Wirtschaftsstandort London zu spüren: In der englischen Hauptstadt ist seit dem Referendum anteilig knapp jede dritte Anzeige für Personen mit Deutschkenntnissen verschwunden.

Inja Schneider, Country Managerin Deutschland bei Adzuna, kommentiert die Entwicklung:
“Die durchgehende politische Unsicherheit seit 2016 hat den britischen Arbeitsmarkt nachhaltig beeinflusst. Der starke Rückgang im niedrigeren Lohnbereich kann insbesondere junge Menschen treffen, die als Berufseinsteiger in der Regel noch zu den Geringverdienern zählen.  

Im Rahmen der Reduzierung des Stellenangebotes sind natürlich auch europäische Arbeitnehmer betroffen, die aufgrund ihrer Sprachkenntnisse stets einen Wettbewerbsvorteil am britischen Arbeitsmarkt verzeichnen konnten. Basierend auf unseren Ergebnissen, werden auch hier die Jobchancen geringer.”

Sie fügt hinzu: “Man bedenke jedoch, die starke Ausgangsposition von Großbritannien, was einen multikulturellen Arbeitsmarkt betrifft. So können hier zwar starke Rückgänge notiert werden, jedoch zeigt London laut Adzuna Statistik weiterhin über 3.000 aktuelle Stellenangebote die Deutsche Sprachkenntnisse erfordern. In Paris oder Amsterdam werden lediglich 300 verzeichnet. Auch wenn das Angebot insgesamt rückgängig scheint, der Arbeitsmarkt für Fremdsprachler übertrifft weiterhin den von anderen EU-Staaten.”

Alle Ergebnisse der Analyse finden Sie unter:
www.adzuna.de/blog/2019/03/13/brexit-arbeitsmarkt

Über Adzuna

Adzuna ist eine Meta-Suchmaschine für Stellenanzeigen. Das Londoner Unternehmen Adzuna (www.adzuna.de) vereinfacht die Jobsuche, indem es alle Stellenausschreibungen untersucht und diese auflistet. Die Arbeitsmarktdaten von Adzuna werden mittlerweile von der britischen Regierung als Datenquelle für aktuelle Arbeitsmarkttrends genutzt. Die Webseite zeigt Stellenangebote in 16 Ländern an. An dem Unternehmenssitz in London werden über 30 Mitarbeiter beschäftigt.

 
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Lukas von Zittwitz
 
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