Analyse: Flugverspätungen und -ausfälle in Deutschland nehmen weiter zu

Berlin, 28. Mai 2019
Fluganalyse: Schweizer Flugbranche wird immer unpünktlicher AirHelp analysiert alle Passagierflüge der letzten fünf Jahre in der Schweiz Anzahl verspäteter oder ausgefallener Flüge stieg um mehr als die Hälfte 2018 hatten 88 Prozent mehr Passagiere einen Anspruch auf Entschädigung als 2014
Credit: Idan Gil

Auf einen Blick

 

  • AirHelp analysiert Anzahl verspäteter und ausgefallener Flüge in Deutschland im ersten Drittel 2019
  • Anzahl ausgefallener Flüge ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent gestiegen
  • Im Sechsjahresvergleich haben sich Flugverspätungen und -ausfälle mehr als verdoppelt

 

Die Reisesaison 2019 droht von noch mehr Flugverspätungen und -ausfällen betroffen zu sein als der Chaos-Sommer 2018. Denn im ersten Drittel 2019 gab es bereits einen überproportional hohen Anstieg an Flugproblemen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des weltweit führenden Fluggasthelfer-Portals, AirHelp (www.airhelp.com).

Demnach ist das Gesamtaufkommen an Passagierflügen im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,8 Prozent gewachsen. Gleichzeitig stieg die Anzahl an gestrichenen und verspäteten Flügen aber unverhältnismäßig an: So gab es zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2019 rund 12 Prozent mehr Flugausfälle und rund 5 Prozent mehr verspätete Flüge als im selben Zeitraum 2018.

Sechsjahresvergleich: Pro Tag gibt es fast 300 unpünktliche Flüge mehr als 2014

Noch deutlicher wird die Zunahme an Flugverspätungen und -ausfällen im Sechsjahresvergleich. Gab es im ersten Drittel 2014 nur knapp 26.000 ausgefallene oder verspätete Flüge, waren es 2019 bereits mehr als 61.000. Pro Tag gibt es in Deutschland demnach rund 290 Problemflüge mehr als noch vor fünf Jahren,  obwohl sich die Gesamtanzahl an Flügen seitdem nur um rund 10 Prozent erhöht hat. Generell gab es mit Ausnahme des Jahres 2016 eine stetige Zunahme an Flugverspätungen und -ausfällen an deutschen Flughäfen in den letzten Jahren.

Laura Kauczynski, Expertin für Fluggastrechte von AirHelp, kommentiert die Analyse:

“Im Jahr 2018 gab es in Deutschland ein Flugchaos wie nie zuvor und die Pläne vieler Reisender wurden dadurch durchkreuzt. Um die Lage wieder in den Griff zu kriegen, gab es sogar mehrere Luftfahrtgipfel mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Die Zahlen zeigen jedoch, dass sich die Lage nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert hat. Deutsche Fluggäste müssen also vor einem noch schlimmeren Flugchaos in diesem Sommer bangen.

Um das Flugchaos der letzten Jahre wieder in den Griff zu kriegen, müssen die Airlines zwingend ihre Betriebsabläufe normalisieren. Mögliche Maßnahmen wären beispielsweise die Entzerrung enger Flugpläne sowie die Förderung von weiblichen Piloten, um dem zunehmenden Pilotenmangel zu begegnen. Aktuell beträgt der Frauenanteil unter Piloten nämlich noch immer bei keiner Airline weltweit über zehn Prozent.

Flugverspätungen und -ausfälle können zu Entschädigungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Person berechtigen. Betroffene Passagiere sollten daher unbedingt prüfen, ob sie Anrecht auf eine finanzielle Entschädigung haben. Wir von AirHelp unterstützen Flugreisende dabei, ihr Recht durchzusetzen und ziehen, wenn nötig, sogar für sie vor Gericht.

Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere

Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke. Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug. Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.

Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird.

Alle relevanten Daten der Untersuchung stehen nachfolgenden  zur Verfügung:

Entwicklung der Flugbranche in Deutschland von 2014 bis 2019

Jahr Anzahl Flüge Anzahl verspäteter Flüge* Anzahl ausgefallener Flüge Anteil unplanmäßiger Flüge**
2014 260.700 24.400 2.180 10,20
2015 265.300 38.900 4.870 16,50
2016 275.600 37.000 2.280 14,30
2017 276.800 48.300 2.550 18,40
2018 282.900 53.600 4.670 20,60
2019 287.900 56.100 5.230 21,30

Tabelle 1: Flugverspätungen und -ausfälle an deutschen Flughäfen im ersten Drittel der Jahre 2014-2019

*Verspätung von mindestens 15 Minuten

** Summe verspäteter und ausgefallener Flüge

 

Über Airhelp

AirHelp ist die weltweit größte Organisation für Fluggastrechte. Seit der Gründung 2013 hilft das Unternehmen Reisenden dabei, Entschädigungen für verspätete oder ausgefallene Flüge sowie im Falle einer Nichtbeförderung durchzusetzen. Zudem ergreift AirHelp juristische und politische Maßnahmen, um die Rechte von Fluggästen weltweit weiter zu stärken. Das Unternehmen hat bereits mehr als 13 Millionen Menschen geholfen, ist in 35 Ländern aktiv und beschäftigt über 700 Mitarbeiter. Seit 2019 kooperiert AirHelp mit Verbraucherschutz Deutschland (www.verbraucherschutz.de/airhelp) und hilft bei der Durchsetzung der Fluggastrechte von Verbrauchern, die sich an den Verbraucherschutz Deutschland gewandt haben. Mehr Informationen über AirHelp finden Sie unter: www.airhelp.com/de/

 
Pressekontakt
Nils Leidloff
 
+49 30 403647607
 
nils.leidloff@tonka-pr.com

Bildmaterial zu Airhelp

Logo

Team

App

Wenn Sie Medien-Material mit einer höheren Auflösung benötigen, wenden Sie Sich bitte an den oben genannten Pressekontakt.