Fluganalyse: Schweizer Flugbranche wird immer unpünktlicher

Bern, 21. März 2019
Fluganalyse: Schweizer Flugbranche wird immer unpünktlicher AirHelp analysiert alle Passagierflüge der letzten fünf Jahre in der Schweiz Anzahl verspäteter oder ausgefallener Flüge stieg um mehr als die Hälfte 2018 hatten 88 Prozent mehr Passagiere einen Anspruch auf Entschädigung als 2014
Credit: Idan Gil

Auf einen Blick

  • AirHelp analysiert alle Passagierflüge der letzten fünf Jahre in der Schweiz
  • Anzahl verspäteter oder ausgefallener Flüge stieg um mehr als die Hälfte
  • 2018 hatten 88 Prozent mehr Passagiere einen Anspruch auf Entschädigung als 2014

Bern, 21. März 2019 – Die Flugverspätungen und -ausfälle in der Schweiz haben in den letzten fünf Jahren um insgesamt 50,5 Prozent zugenommen – Tendenz steigend. Das geht aus einer aktuellen Analyse des weltweit führenden Fluggasthelfer-Portals AirHelp (www.airhelp.com) hervor. Das Unternehmen hat die Entwicklung der Flugbranche von 2014 bis 2018 untersucht.

Demnach sind 2018 insgesamt 56.300 Flüge ausgefallen oder haben ihr Ziel verspätet erreicht. Im Jahr 2014 waren es hingegen noch 37.400. Die Gesamtanzahl an Flugbewegungen erhöhte sich im selben Zeitraum jedoch nur um 5,1 Prozent.

Anzahl betroffener Passagiere steigt stark
Noch deutlicher wird diese negative Entwicklung im Hinblick auf die Passagierzahlen: 2018 waren insgesamt 6,79 Millionen Personen von Ausfällen und Verspätungen betroffen. Das sind 60 Prozent mehr als noch 2014.

Die Airlines waren dabei immer häufiger selbst für die Probleme verantwortlich. So stieg die Anzahl an Passagieren mit einem Anspruch auf Entschädigung bis 2018 um ganze 88 Prozent an. Das bedeutet, dass immer mehr Reisende ihr Ziel mindestens drei Stunden zu spät oder sogar gar nicht erreichten und die jeweilige Fluggesellschaft – und nicht etwa ein außergewöhnlicher Umstand wie schlechtes Wetter – dafür verantwortlich war.

Die Flugausfälle und -verspätungen in der Schweiz sind in den letzten Jahren massiv angestiegen. Für 2019 erwarten wir, dass sogar noch mehr Passagiere davon betroffen sein werden. Wie die exponentiell ansteigende Anzahl entschädigungsberechtigter Passagiere zeigt, liegen die Gründe für die Flugprobleme immer häufiger bei den Airlines. Denn eine Entschädigung muss nur dann gezahlt werden, wenn die Fluggesellschaft für die Probleme verantwortlich ist. Ausgelöst wird dieser drastische Anstieg unter anderem durch den internationalen Marktkampf. So bieten einige Fluggesellschaften beispielsweise Strecken an, die sie aufgrund von Flugzeug- und Personalmangel gar nicht bedienen können – zu Lasten der Verbraucher.

Betroffene sollten das jedoch nicht schweigend hinnehmen, sondern von ihren Fluggastrechten Gebrauch machen. Wir von AirHelp unterstützen sie dabei und ziehen, wenn nötig, auch vor Gericht”, kommentiert Philippe Strässle, Experte für Fluggastrechte von AirHelp.

Entschädigungsanspruch noch am Gate prüfen
Mit dem Boarding Pass Scanner von AirHelp können betroffene Passagiere noch am Flughafen prüfen, ob ihr Flugproblem zu einer Entschädigung berechtigt. Anschließend haben Passagiere zudem die Möglichkeit, AirHelp damit zu beauftragen, ihr Recht auf eine Entschädigung bei der Airline geltend zu machen. Die AirHelp-App gibt es gratis im Google Play Store und im App-Store von Apple.

Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere
Im Falle eines stark verspäteten oder ausgefallenen Fluges sowie bei einer Nichtbeförderung haben Reisende unter anderem Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro pro Person. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Start- oder Zielflughafen innerhalb der EU oder und, im Falle von Letzterem, die durchführende Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU hat. Der Grund für die Verzögerung im Flugbetrieb muss durch die Airline verschuldet sein. Das Recht auf finanzielle Entschädigung kann innerhalb von drei Jahren ab dem verspäteten Flugtermin eingefordert werden, ansonsten verjährt dieser Anspruch.

Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird.

Weitere Informationen stehen unter folgendem Link bereit: www.airhelp.com/de-ch/fluggastrechte  


Alle relevanten Daten finden Sie in der nachfolgenden Tabelle:

Entwicklung der Flugbranche in der Schweiz von 2014 bis 2019

Jahr Alle Flüge Problemflüge

(verspätet und ausgefallen)

Passagiere, die von

Problemflügen betroffen waren

2014 217.200 37.400 4.225.000
2015 221.100 44.000 5.211.000
2016 225.800 43.100 5.308.000
2017 224.800 46.800 6.004.000
2018 228.300 56.300 6.790.000
Entwicklung

2014 bis 2018

5,1% 50,5% 60,7%

*Verspätung von mindestens 15 Minuten
Erhebungszeitraum: 01.01.2014-31.12.2018; Zahlen gerundet

Über Airhelp

AirHelp ist die weltweit größte Organisation für Fluggastrechte. Seit der Gründung 2013 hilft das Unternehmen Reisenden dabei, Entschädigungen für verspätete oder ausgefallene Flüge sowie im Falle einer Nichtbeförderung durchzusetzen. Zudem ergreift AirHelp juristische und politische Maßnahmen, um die Rechte von Fluggästen weltweit weiter zu stärken. Das Unternehmen hat bereits mehr als 13 Millionen Menschen geholfen, ist in 35 Ländern aktiv und beschäftigt über 700 Mitarbeiter. Seit 2019 kooperiert AirHelp mit Verbraucherschutz Deutschland (www.verbraucherschutz.de/airhelp) und hilft bei der Durchsetzung der Fluggastrechte von Verbrauchern, die sich an den Verbraucherschutz Deutschland gewandt haben. Mehr Informationen über AirHelp finden Sie unter: www.airhelp.com/de/

 
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Nils Leidloff
 
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